Rumpelstilzchen

„Ach wie gut, dass niemand weiß…“

Workshops

1. „Essstörungen und Stigmatisierung – Anforderungen an die Anamnese“

In diesem Seminar wollen wir uns mit Essstörungen befassen. Essstörungen wie Anorexie, Bulimie und Binge Eating sind mit einer Prävalenz von 6-8% aller Erwachsenen relativ häufige Erkrankungen. Sie stellen aber besondere Anforderungen an den behandelnden Arzt. Oft werden sie initial verschwiegen oder die Patienten wollen selbst nicht wahrhaben, an einer Essstörung zu leiden. Auch kommt es – wie bei vielen psychischen Störungen – zu Stigmatisierung dieser Patienten: „Sie sind doch selber Schuld“, „Sie braucht doch einfach nur zu essen…“, …

In diesem Seminar soll die besondere Problematik der Anamnese bei Verdacht auf Essstörungen erarbeitet werden. Auch wird die Gelegenheit bestehen, direkt eine Anamnese mit einer betroffenen Patientin zu erheben. Besonderes Augenmerk wollen wir dabei auf das Thema Stigmatisierung werfen. Wie erleben Patientinnen und Patienten die Reaktionen ihres Umfelds? Wie können Ärztinnen und Psychologen sie hierbei unterstützen? Ist es empfehlenswert, die Diagnose geheim zu halten? Sollten bei Antistigmamaßnahmen eher biologische oder eher soziopsychologische Risikofaktoren betont werden? Welche Folgen könnte dies für Schuldzuweisungen und Ausgrenzung haben?

Dozenten: Dr. med. Jochen Seitz ist Assistenzarzt im letzten Ausbildungsjahr in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Aachen. Er arbeitet seit 4 Jahren klinisch und im Rahmen seiner Habilitation mit Essstörungspatienten.

Dr. med. Jean-Philippe Ernst ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin der RWTH Aachen. Er hat dort u. a. das Forschungsprojekt „Stigmatisierung von Patienten mit Anorexie aus medizinethischer und jugendpsychiatrischer Sicht“ bearbeitet.

2. „Kommunikation in der Humangenetik“

Der Kommunikationsprozess in einer genetischen Beratung unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem der „klassischen“ Medizin. Wesentlicher Gegenstand ist die prädiktive Medizin, in der es praktisch keine absoluten Indikationen für Diagnostik gibt. Vielmehr geht es darum, den Ratsuchenden zu einem „mündigen Patienten“ zu machen, sodass eine für alle Beteiligten tragfähige Entscheidung getroffen werden kann.

Dieser Workshop soll anhand von Fallbeispielen und Rollenspielen für die individuelle Entscheidungsfindung jedes einzelnen Betroffenen sensibilisieren und Nützliches für die spätere klinische Tätigkeit der Teilnehmer aufzeigen.

Dozent: Prof. Dr. med. Klaus Zerres leitet das Institut für Humangenetik der RWTH Aachen und ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik. Sein klinischer Schwerpunkt liegt auf genetischen Beratungen,  seine Vorlesungen sind geprägt vom Plädoyer für einen menschlichen und empathischen Umgang mit Patienten.

3. „Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung“

Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung ist eine Form von Sklaverei im 21. Jahrhundert. Für viele der Betroffenen, meist junge Frauen mit Migrationshintergrund, bedeutet dies Traumatisierung und Vetrauensverlust – oft ein Leben lang. Obgleich omnipräsent, wird diese Form der Menschenrechtsverletzung für weite Teile der Bevölkerung in Deutschland nicht wahrgenommen. Ziel des Workshops ist deshalb die Sensibiliserung und Wissensvermittlung über Hintergründe, Ursachen und (gesundheitliche) Folgen von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung. Die Teilnehmer sollen unter anderem den Fragen nachgehen: Welche bisherigen Berührungspunkte hatte/habe ich mit Betroffenen? Wie erkenne ich eine Betroffene und wie gehe ich mit ihr/mit der Situation um?


Dozenten: SOLWODI (Solidarity with Women in Distress) arbeitet unabhängig und überkonfessionell für die Rechte von Migrantinnen, die in Deutschland in Not geraten sind, seien es Opfer von Menschenhandel, Ausbeutung, Gewalt oder Zwangsheirat. Seit Januar 2011 unterhält SOLWODI auch in Aachen eine Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören Streetwork im Rotlichtmilieu, psychosoziale Betreuung, Vermittlung juristischer Hilfe, Unterbringung in Schutzwohnungen, Integrationshilfen und ggf. auch Rückkehrberatung. Die Referentin ist Mitarbeiterin der SOLWODI Beratungsstelle in Aachen.

4. Anamnese

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