Rotkäppchen

„Geh hübsch sittsam und lauf nicht vom Wege ab!“

Workshops

1. „Medizin im Nationalsozialismus“

Während das Verhältnis von Medizin und Nationalsozialismus viele Jahrzehnte ein Tabuthema darstellte, steht die Rolle der Medizin im „Dritten Reich“ spätestens seit dem Ende der 1980er Jahren verstärkt im Mittelpunkt (medizin-)historischer Forschung. Ausschlaggebend für diesen späten Wandel waren – neben einem zunehmenden öffentlichen Interesse – eine neue Bereitschaft der organisierten Ärzteschaft, der Krankenkassen und der medizinischen Fakultäten, sich mit dem Thema „NS-Medizin“ auseinanderzusetzen.

Im Rahmen des Workshops gilt es zu klären, in welchem Umfang führende Ärzte in die NS-Gesundheitspolitik eingebunden waren und hierbei aktive Rollen spielten (Vertretung rassenhygienischer Lehren, Beteiligung an Maßnahmen wie Zwangssterilisationen, Beteiligung an Euthanasiemaßnahmen und an Menschenversuchen). Ebenso gilt es, die „Karrieren“ der betreffenden Ärzte im Nachkriegsdeutschland nachzuverfolgen: Lassen sich, bezogen auf die berufliche Laufbahn, Kontinuitäten oder Brüche nachweisen? Und inwieweit erfolgte eine Aufarbeitung der eigenen NS-Vergangenheit?

Dozent: Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß: Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Vorsitzender des Klinischen Ethik Komitees des Universitätsklinikums Aachen,  berufenes Mitglied des „Nationalen AIDS-Beirats“  des Bundesministeriums für Gesundheit und Mitglied in der Expertenkommission „Priorisierung im Gesundheitswesen“ der Bundesärztekammer, Herausgeber mehrerer Fachbuchreihen.


2. „Ich ist ein anderer… – Sytemische Therapie in Aktion“

… oder: Ich freue mich, wenn es regnet…“

Dem systemisch-konstruktivistischen Denken und Handeln liegt das Denken in Aus- und Wechselwirkungen zugrunde, die sich auf Gegenwartskonstruktionen von Beobachtern gründen. Progressive und prozessorientierte Methoden in Gesprächstechniken, Therapie- und Beratungsformen sowie in Managementkonzepten zeichnen diese Denkschule aus.

Die Maxime von Milton E. Erickson, die besagt, dass man im Grunde für jeden Ratsuchenden die „Therapie“ neu erfinden müsse, begleitet das Handeln des Therapeuten. Störende Muster werden identifiziert und „irritiert“, um zieldienliche und hilfreiche Muster zu erzeugen. Durch die Fokussierung von Aufmerksamkeit auf Gelingendes, werden nicht nur Ressourcen erzeugt, sondern vielmehr „erinnert“ und nutzbar gemacht.

In diesem Workshop werden die Grundlagen des Systemischen Denkens und Handelns vorgestellt und diskutiert. Fallbeispiele aus der Beratungs- und Therapiepraxis sowie Übungen zu systemischen Interventionen sind Bestandteil des Workshops.

Dozent: Markus Dierkes ist systemischer (Familien-) Therapeut und ist Gründer und Leiter des „Instituts für Systemische Konzepte-Paderborn (ISK-P)“, in dem er Aus- und Weiterbildungen anbietet. Er betreibt eine freie Praxis in Paderborn und wirkt in Vorträgen und Seminaren in anderen Instituten und Veranstaltungen mit. Er verfügt über nunmehr 18 Jahre Erfahrung im Kontext der systemischen Beratung und Therapie.


3. „Transsexualität“

Transsexualität“, was ist das eigentlich? Kaum einer kann sich unter diesem Thema wirklich mehr als nur die gängigen Klischees vorstellen. Dieser Workshop soll den TeilnehmerInnen einen Zugang vermitteln. Die eingeladene Referentin wird in einem kurzen Vortrag Grundlagen vermitteln und aus ihrem Erfahrungssschatz berichten, währenddessen und im Anschluss sollen Fragen geklärt und diskutiert werden. Die Teilnehmer des Workshops werden die Gelegenheit haben, in kleinen Gruppen selbst eine Anamnese mit einem oder einer Betroffenen zu führen und erhalten im Anschluss Feedback.

Dozentin: Dr.-Ing. Petra Roosen ist selbst transidentisch veranlagt und kennt aus eigener Erfahrung und zahlreichen Gesprächen den Zwiespalt der von dieser Veranlagung Betroffenen über die gesamte Bandbreite von privatem Lebensumfeld bis zu beruflichen Kontexten. Als eine der Gründerinnen der Aachener Selbsthilfegruppe Tx Aachen engagiert sie sich auch für einen engeren Kontakt zu wissenschaftlichen und medizinischen Institutionen und kooperiert mit diesen bei der Formulierung neuer Forschungsanträge.

4. Anamnese

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